Verbundkraftwerk

Der evolutionär nächste Schritt bei Ökokraftwerken

Das Verbundkraftwerk ist als der evolutionär nächste Schritt in der Entwicklung von Erneuerbaren-Energien-Kraftwerken zu sehen. Dies basiert auf zwei Säulen: Einem netzdienlichen Technologiekonzept sowie der Ökologie, also der Integration von Energieerzeugung und Landwirtschaft auf gemeinsam genutzten Flächen.

Gemeinsam hinter einem Netzverknüpfungspunkt

Das Verbundkraftwerk stellt eine Kombination von unterschiedlichen regenerativen Erzeugungsanlagen hinter einem gemeinsamen Netzverknüpfungspunkt dar. Ab diesem gemeinsamen Netzanschluss können die gleichen Produkte wie bei einem konventionellen Kraftwerk geliefert werden. Das Verbundkraftwerk unterscheidet sich klar von bisher realisierten regenerativen Kraftwerkskonzepten.

Abgrenzung zu virtuellen Kraftwerken

Das virtuelle Kraftwerk verknüpft eine große Anzahl verschiedener Einheiten kommunikativ und bietet diese gemeinsam am Strommarkt an. Jede dieser Einheiten verfügt jedoch über einen eigenen Netzanschluss und eine eigene Parkregelung. Ein virtuelles Kraftwerk versteht das Netz als große Kupferplatte, an das so lange geliefert wird, wie sich Stromerzeugung und Bedarf im Einklang befinden. Bei Spitzen kann nur über die bestehende Kommunikation abgeregelt werden.

Da virtuelle Kraftwerke in keinem räumlichen Zusammenhang stehen, sondern über ganz Deutschland verteilt sind, ist eine lokale Nutzung von Stromüberschüssen bzw. eine lokale Stabilisierung des Netzes schwer möglich. Dies gilt ebenso für andere Systemdienstleistungen (z.B. Regelenergie), für die bisher nur wenige virtuelle Kraftwerke präqualifiziert werden konnten.

Der Kraftwerkstyp für die dezentrale Erzeugung

Das Verbundkraftwerk zielt nicht auf die Kupferplatte Deutschland, sondern adressiert das jeweilige Verteilnetz. Mit der eigenen Kopfsteuerung, dem Parkregler, können eine konstante Erzeugung wie auch Systemdienstleistungen, ähnlich einem konventionellen Kraftwerk, geliefert werden. Im Verbundkraftwerk wird der Netzanschluss multivalent und mit einer deutlich höheren Auslastung, genutzt.

Der neue Parkregler bietet die Möglichkeiten, Überschüsse auch an Verbraucher jenseits des adressierten Verteilnetzes zu liefern. Je nach örtlichen oder regionalen Gegebenheiten können dies Anlagen für Power to Gas, Wärmenetze oder lokale Stromabnehmer sein. Auch landwirtschaftliche Erzeugung innerhalb eines PV- oder Solarparks kann als Eigenverbraucher diesen Strom nutzen.

Peak shifting statt peak shaving

Das Verbundkraftwerk ist mehr als die Summe der Einzelanlagen, auch wenn sie, ähnlich einem virtuellen Kraftwerk, zusammengefasst sein mögen. Die neue Qualität besteht darin, dass es auf einem Bilanzkreis laufen und vermarkten kann. Statt abzuregeln, können weitere Abnehmer beliefert werden. Damit entsteht eine flexible technische und wirtschaftliche Einheit, die sich neue Geschäftsfelder erschließen kann. Zugleich reduziert dies die Anforderungen an den Verteilnetzausbau.

< zurück        weiter >